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am 01. September 1939...

... war meine Mama gerade 3 Jahre alt, und hat natürlich nichts von dem sogenannten "Septemberfeldzug" als die deutsche Wehrmacht Polen mehr oder weniger überfiel, und somit zwei Tage später der Beginn des zweiten Weltkriegs erklärt wurde, mitbekommen. Sie lebte mit Ihrer Familie auf dem Land, wo nur wenige Bomben fielen während des Krieges, und hauptsächlich verfolgte man die politischen- und Kriegsentscheidungen ein mal in der Woche von einem uralten Radio, welches damals natürlich hochmodern war. Fernsehen gab es nicht, und schon gar kein Auto, denn das konnte sich soundso niemand leisten. Wenn man mal erfahren hatte, dass ein Auto in der Nähe war ist man dafür weit gelaufen, nur um eines sehen zu dürfen. Voller Ehrfurcht stand man davor und wusste die Menschen darin waren sehr, sehr reich, aber, wenn man zwei gesunde Beine hatte, wofür brauchte man da ein Auto? Man stelle sich unsere Smartphone gesteuerten Zombie Generationen vor... nicht auszudenken... wahrscheinlich würde ohne W-Lan der 3. Weltkrieg nicht mehr fern sein... Meine Großeltern waren in dieser Zeit reich, auch wenn sie kein Auto hatten, da sie sich selbst durch ihre Landwirtschaft ernähren konnten, Sie hatten Milch, Getreide und Eier, was fehlte holte man sich vom Nachbarshof. Später kam ihnen das zu Gute, denn zu Beginn des Krieges war man sich in den Städten noch nicht bewusst, welchem irrsinnigem Wahnsinn sie alle entgegen steuerten und wie viel Hunger es geben wird in den Jahren nach dem Krieg. Die Sorgen meiner Mama als Kind waren ihre Kleider, denn davon gab es genau zwei (haha...hier wieder der Hinweis auf viele unserer heutigen Kids). Eines welches für den Alltag war, und eines für die Sonn- und Feiertage, bzw. das Ausgehkleid. Wobei es zu Anfang eigentlich nur eines war, aber irgendeine Nachbarin schleppte eines Tages Fallschirmseide an, und diese Gelegenheit wurde sofort genutzt, um daraus Kleider zu nähen. Meine Mama mochte dieses Kleid nicht, welches zu ihrem Sonntagskleid auserkoren wurde, da es grün war, wie eben halt Fallschirmseide war. Eine Geschichte, die sie mir hier erzählte fand ich nett, da sie es einmal in die Schule anziehen musste, da ihr Alltagskleid schmutzig war. Kurzerhand packte sie das schmutzige Kleid am Morgen bevor sie in die Schule ging in ihre Tasche mit der Überzeugung niemand würde es merken, wenn sie sich im Wald schnell umziehen würde. So tat sie es dann auch und versteckte das verhasste grüne Kleid aus Fallschirmseide im Wald, um es dann nach der Schule sich dort wieder anzuziehen. Der Plan wäre wohl aufgegangen, wenn es nicht den ganzen Tag geregnet hätte. Das Kleid war schmutzig und durch und durch durchnässt, dass sie es unmöglich wieder anziehen konnte. Sie hatte solche Angst vor den Konsequenzen, dass sie sich lange nicht nach Hause getraut hatte, und natürlich dementsprechend Ärger bekam. Heute haben Eltern ja oft nicht mehr viel zu melden, wenn es um die Kleidung ihrer Sprösslinge geht, und auch wenn man zwanzig Hosen und T-Shirts hat, hat man trotzdem immer nichts zum Anziehen....

25.4.15 20:12

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